katholische-kirche-bissendorf.de

Kirche Herz-Jesu, Wissingen

Adresse: kath. Kirche Herz-Jesu, Niemandsweg 2, 49143 Bissendorf/Wissingen

Herz-Jesu WissingenDie Anfänge von Herz-Jesu, Wissingen
Als in den Monaten März und April 1946 die meisten Deutschen aus den polnisch verwalteten Ostgebieten ausgewiesen wurden, war für diese Menschen die Heimat noch nicht verloren. Ihr starker Glaube an Gott und die Hoffnung auf die Heimat gab ihnen nach der Unterdrückung und Demütigung durch die Russen und Polen neuen Mut.
Durch die Aufopferung von Pfarrer Heintsch aus Volpersdorf, selbst Heimatvertriebener, und der Genehmigung durch den Hochwürdigen Herrn Bischof Dr. Berning von Osnabrück war am 12. Mai 1946 im Saale Nolte in Wissingen der erste Gottesdienst. Es war ein Dankgottesdienst. Im Messopfer, Gebet und Gesang vereint, dankten alle Gott für die Freiheit. Der Gesang war einer Hymne gleich, in der alle die Hoffnung auf Heimat nicht aufgaben, und neuen Mut für die Zukunft schöpften. Dieser 12. Mai 1946 war die Geburt der Seelsorgestation Wissingen.
Nach der Versetzung von Pfarrer Heintsch im September 1948 und der Übernahme des Amtes durch Pfarrer Stallkamp bis April 1950 erfolgte die Betreuung durch die Herz-Jesu-Priester in Osnabrück. So wurde Pater Bernhard Dülmer, der als Religionslehrer in Osnabrück tätig war, zusätzlich ab Mai 1950 als Seelsorger in Wissingen eingesetzt. Nach einigen Jahren seines Wirkens fasste er den Entschluss, in Wissingen eine Kirche zu bauen, da ein Saal, der für Tanzveranstaltungen, Hochzeitsfeiern und Kinovorstellungen genutzt wurde, als Gebetsstätte nur eine Übergangslösung darstellen durfte.
Mit der Gründung des Kirchenbauvereins Herz-Jesu Wissingen e.V. am 6. Oktober 1957 begann eine Zeit, die durch Mut, Entschlossenheit und unermüdlichen Einsatz besonders von zwei Herren gemeistert wurde. Pater Bernhard Dülmer als Vorsitzender des Kirchbauvereins und Richard Welzel als Stellvertreter sind unvergesslich mit dem Bau der katholischen Kirche in Wissingen verbunden. Durch den Einsatz der Gemeinde, durch Spenden und Opferfreudigkeit der Gläubigen, durch das Bistum Osnabrück und dem Bonifatiusverein wurde der erste Spatenstich am 22. März 1959 durch Kaplan Rebber vollzogen. Das Vorhaben war nur durch die tatkräftige Unterstützung der Gläubigen realisierbar, die mit mehr als fünftausend Arbeitsstunden ihren Beitrag leisteten. Die Grundsteinlegung und das Richtfest wurden am 14. Juni 1959 gefeiert. Die Grundsteinlegung wurde durch Hochwürdigen Herrn Dr. Lüneburg durchgeführt. Auf dem Grundstein am Eingang der Kirche sind die Worte „Misereor Super Turbam“ zu lesen, welche der Leitgedanke von Pater Dülmer für seine Tätigkeit als Priester waren – „mich erbarmt des Volkes“.
Am 8. November 1959 versammelten wir uns zum Kirchweihfest. Pater Dülmer, der zwei Tage vor dem ersten Spatenstich durch eine schwere Augenkrankheit für längere Zeit ans Krankenbett gebunden war, konnte am Kirchweihfest seiner Kirche teilnehmen. Domkapitular Gerdts weihte die Kirche dem Herzen Jesu, wodurch die Verbundenheit unseres Gotteshauses mit dem Orden der Herz-Jesu-Priester in Osnabrück nicht besser hätte bekundet werden können.
Bereits am dritten Advent 1961 war die Glockenweihe, und am 25. August 1963 wurde die Orgel ihrer Bestimmung übergeben.
Nach der Pensionierung als Religionslehrer nahm Pater Dülmer am 12. April 1964 unter großer Teilnahme weiter Bevölkerungskreise Abschied von seiner Gemeinde, die ihm Unschätzbares zu verdanken hat. Der Abschied von Wissingen fiel ihm schwer. In seinem neuen Amt verstarb er am 17. November 1965.
Die Nachfolge trat Pater Karl Hälker im September 1964 an. Aufgrund seiner fast fünfundzwanzig jährigen Missionstätigkeit in Südamerika zeichnete er sich besonders durch Bescheidenheit, Kontaktfähigkeit und Weltoffenheit aus und verstand es, auch den letzten Kirchenbesucher in seinen Predigten zu begeistern. Er war es, der die guten Beziehungen zur evangelischen Kirchengemeinde Wissingen knüpfte und vertiefte, deren Gotteshaus im Advent 1966 eingeweiht wurde. Allzu früh wurde er uns durch seinen Tod am 13. Oktober 1967 im Alter von 52 Jahren genommen.
Als weitere Herz-Jesu-Priester waren Pater August Dierker von Dezember 1967 bis Januar 1969 und Pater Christoph Gottwald von Februar 1969 bis Oktober 1972 in unserer Gemeinde tätig. Als Pfarrer von Schledehausen, wozu die Kirchengemeinde Wissingen de jure gehört, übernahm Dr. Josef Schewe vorübergehend die Betreuung ab November 1972. Die ersten Vorbereitungen für den Bau eines Pfarrhauses waren bereits angelaufen, welches im Oktober 1973 zusammen mit einem Gemeinderaum fertiggestellt wurde. Damit war für die Herz-Jesu-Gemeinde Wissingen ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Mit der feierlichen Einführung von Pastor Hubert Peterek am 11.11.1973 konnte eine Epoche der Aufbaus abgeschlossen werden.
Pastor Peterek blieb 10 Jahre in unserer Kirchengemeinde. Ihm folgten 1983 - 1984 Pastor Johannes Altmeppen und 1985 Pater Robben. Pastor Hawighorst und die Patres Pobozyni und Czapiewski waren in den Jahres 1986 und 1987 in Wissingen tätig.
Pastor Rüdiger Weth trat 1988 seine Aufgabe bei uns an und war zusätzlich Pfarrer in St. Dionysius in Bissendorf. Unter seinem Engagement gab es eine Bautätigkeit; ca. 36 Jahre nach Fertigstellung unserer Herz-Jesu-Kirche wurde im Sommer / Herbst 1995 der Innenraum gründlich renoviert und verschönert.
In 1998 erwarb die Gemeinde, dank der Gönnerin Helena Hackmann, eine neue aus Holz geschnitzte und farbig gefasste Krippe aus Süddeutschland, die im Jahr 2000 durch ein Kamel und einen Kameltreiber ergänzt wurde.
Im September 1999 verließ Pastor Weth die Gemeinden.
Pastor Theodor Kleinheider wurde zum 1. Oktober 1999 zum Pfarrer von Bissendorf, St. Dionysius und Wissingen, Herz-Jesu ernannt. Das 50jährige Kirchweihfest konnten wir 14. November 2009 zusammen mit Bischof Franz-Josef Bode feiern.
Zum 30. Juni 2010 wurde unsere Herz-Jesu-Pfarrgemeinde aufgelöst und mit Wirkung vom 1. Juli 2010 der kath. Kirchengemeinde St. Dionysius, Bissendorf eingepfarrt.
Seit dem 1. September 2010 bilden die Pfarrgemeinden St. Dionysius Bissendorf mit Herz-Jesu Wissingen und St. Laurentius, Schledehausen eine Pfarreiengemeinschaft. Es werden jedoch zwei Kirchenvorstände gewählt, aber einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat.
Im Jahr 2013 wurde unsere Herz-Jesu-Kirche neu ausgemalt und erhielt eine neue, der Zeit entsprechende Beleuchtung mit LED-Lampen.

Die Orgel in der Herz-Jesu-Kirche in Wissingen
Disposition der Orgel
Hauptwerk: Flöte 8’, Prinzipal 4’, Holzgedackt 8’, Waldflöte 2’, Dulcian 8', Mixtur 1’
Nebenwerk: Holzgedackt 8’, Rohrflöte 4’, Prinzipal 2’, Sifflöte 1 1/3', Zymbel 1/2’
Pedal: Subbaß 16’ Quintade 8’, Gemshorn 4'.
Koppel: I Pedal / II – Pedal / II – I

Zur Geschichte der Orgel
Die Orgel, eine Schleifladenorgel, mit 13 Registern, zwei Manualen und Pedal wurde von der Orgelbaufirma Norbert Krieger aus Retzbach bei Würzburg erbaut. Die Orgelweihe fand am 25. August 1963 statt.
Die Weihe der Orgel bildete den krönenden Abschluss des katholischen Kirchenneubaus in Wissingen, der am 22. März 1959 begonnen wurde.

Text als pdf zum Herunterladen: Herz-Jesu-Wissingen